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In Rome by
Raimondo Luciani
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The following
interview appeared in an August 2006 issue
of the German NRZ (Neue
Rhein Zeitung)
newspaper. The
author was Claudia Hötzendorfer. |
Ganz entspannt in hier und jetzt
Der Gitarrist Dominic Miller spielt mit Musikern wie Tina Turner und Phil
Collins. Jetzt gastiert er solo in Savoy Theater.
Sting spricht von ihm als seine "rechte hand". Tina Turner und Phil Collins
rufen an, wenn sie einen guten Gitarristen brauchen. Dominic Miller gehört
zu den gefragtesten Musikern für Studioaufnahmen und Tourneen. Am 21.
September stellt der Saitenvirtuose im Savoy Theatre an der Graf-Adolf-Straße
sein neues Solo-Album Fourth Wall vor.
NRZ: Der Titel, Fourth Wall klingt sehr entspannt. Brauchen Sie mal eine
Pause vom Rock und Pop?
DM: Ich mag diese Abwechslung. Vor allem dann, wenn ich mal solo etwas ganz
anderes machen kann. Ein Kontrast zu meiner Arbeit mit Sting oder anderen
Künstlern, Scheint so, als drifte ich dabei immer mehr in Richtung
Entspannungsmusik. (lacht)
NRZ: Ist das ein Grund dafür, dass Sie für ihre Tour intimere
Auftrittsorte wie das Savoy Theater ausgesucht haben?
DM: Ja. Ich spiele gern in Clubs. Die Fans mögen diese Atmosphäre. Es gibt
kein großes Brimborium, sondern alles bleibt sehr reduziert und damit
geerdet.
NRZ: Sie sind ein Familienmensch, der den größten Teil des Jahres auf
Tournee ist. Wie bringen Sie beides unter einen Hut?
DM: Das ist die goldene Frage, auf die ich noch keine Antwort gefunden habe.
Musiker zu sein, ist eine sehr egoistische Angelegenheit. Wir machen das,
wovon andere ihr Leben lang träumen und haben riesig Spaß dabei. Im Grunde,
benehmen wir uns wie Kinder. (lacht) Ich bin sechsfacher Vater und damit
habe ich eine enorme Verantwortung. Nur wenn es mit der Musik gut läuft,
kann ich für meine Familie sorgen. Ich fürchte, es lässt sich keine perfekte
Balance finden.
NRZ: Wie bereiten Sie sich auf die ausgedehnten Tourneen vor?
DM: Es gibt natürlich die jeweiligen Proben. Daneben läuft aber mein ganz
normales Alltagsprogramm ab, das ich auch auf Tour beibehalte. Ich stehe
früh auf, mache Yoga und übe mehrere Stunden Gitarre. Ich liebe einfach die
Morgenstunden. Wenn die Städte, die wir bereisen, noch ganz ruhig sind,
wandere ich gern durch die Straßen. Ich bin schon gespannt auf Düsseldorf.
Die Zeit die bleibt, verbringe ich lesend. Ich habe mir eine Yoga-Philosophie
angeeignet: Egal was ich mache, es geschieht mit Ruhe.
NRZ: Früh aufstehen, Yoga, klingt nicht gerade nach Rock and Roll?
DM: Dieses Klischee Sex, Drugs & Rock and Roll ist nicht mehr das, was es
mal in den 60er oder 70er Jahren war, als viele Bands völlig durchgeknalltes
und verrücktes Zeug anstellten. Das Gegenteil ist heute der Fall. Leute, die
wie ich in verschiedenen Bands arbeiten und ständig rund um den Globus
unterwegs sind, achten sehr auf einen gesunden Lebensstil. Das will nur
niemand glauben. Tatsächlich sind es die Musiker der klassischen Orchester,
die das wilde Leben führen. (lacht)
NRZ: Können Sie sich noch an den Moment erinnern, als klar wurde, Sie
werden Musik zu ihrem Beruf machen?
DM: Noch ganz genau, und der verfolgt mich seitdem. Ich war noch sehr jung.
Mir war schon mit 14 oder 15 klar, dass ich Musiker werde. Wir waren kurz
vorher von Argentinien in die USA umgezogen. Es ist schon wie ein seltsames
Leben, wie eine lange Reise. Die gute Nachricht ist, es ist ein toller Trip.
Die schlechte, du kommst nie irgendwo an und das bedeutet eine Menge
Courage, um weiterzumachen.
NRZ: Treten ihre Kinder in Papas musikalische Fußstapfen?
DM: Mein Ältester geht auf ein Kunst-College und studiert Malerei. Der
13-Jährige will allerdings Musiker werden. Ich finde es prima, wenn sie Spaß
daran haben, aber ich dränge sie nicht. Ich möchte, dass sie sich
ausprobieren können. Wenn sie doch lieber Schreiner oder Lehrer werden
wollen, stehe ich genauso hinter ihnen.
NRZ: Sind Sie nach all den Jahren auf der Bühne immer noch nervös?
DM: Na klar. Es schärft die Sinne und das ist es, was ich an den
Bühnenauftritten so mag, Vielleicht ist nervös nicht das richtige Wort. Es
ist vielmehr eine Art Respekt vor dem, was man macht.
© NRZ |
Aug 2006
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