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The following review appeared in the
February
2004
issue
of the NRZ newspaper. |
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Third World
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Hinein in
die pralle Selbstberühmtheit – Gitarrist und Schattenmann Dominic Miller
liefert mit Third World vorzügliche Handarbeit eines ständigen Begleiters ab.
Die im
Schatten sicht man nicht. Der Satz aus Brechts “Dreigroschenoper” passt
haargenau auf einige Musiker, deren Spielweise vielen Stars erst zum
unverwechselbaren Image verhalfen. Zu dieser Spezies gehört etwa Adrian
Belew, der erst durch seine Arbeit bei King Crimson aus dem Schattendasein,
das er für Laurie Anderson und auch Frank Zappa fürhte, hernuageführt wurde.
Ähnlich ergeht es dem Gitarristen Dominic Miller, ein Virtuose auf dem
Instrument, namentlich jedoch hinlänglich unbekannt.
Seine
Präferenzliste beginnt bei Sheryl Crow und ist bei Tina Turner noch nicht zu
Ende. Heiß begehrt von den Megastars Sting und Phil Collins, sagte er auch
bei Ronan Keating und Rod Stewart nicht ab. Doch such Miller nahm für sich
den schönen Satz von Peter Handke in Anspruch: “Das Mündel will Vormund sein.”
Also heraus aus den Schattenseiten der Studios, weg mit den Brotkrumen, die
von den Stars gnädig liegengelassen warden. Hinein ins pralle Leben der
Selbstberühmtheit.
Millers
Handwerk besitzt zweifelsohne goldenen Boden. Auf Third World zeigt
er die andere Seite seines Könnens. Ruhige, ausgeglichene Musik steht
außerhalb jeder poppigen Hektik. Auf Kammermusikniveau halt Miller sich
dauerhaft auf. Und erscheint wie jemand, der noch sucht und dabei Wege
aufspürt, die dem Brotberuf entgegengesetzte Richtungen weisen.
Sehr
emotional konstruierte Kompositionen sind das, die an klassische
Gitarrenmusik aus längst vergangenen Zeiten denken lassen. Lautstärke ist
Millers Ding nicht, vielmehr wandelt er auf den schwierigen Pfaden einer
Musik, die im Gedächtnis bleiben möchte.
Und das
gelingt Dominic Miller weitgehend.
© NRZ |
February 2004
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